HIER entsteht die Seite sammelsurium "1900000-2900000" ( in Arbeit ) oder: IN EIGENER SACHE! Dazu:

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( VIEL IST AUCH IM "TRANSPARENTEN" - in den Freiflächen verborgen - UNTERSETZT ODER ZUMINDEST VERLINKT )

Hier e n t s t e h t eine neue Verbund-Internetpräsenz. P. S. + OFFIZIELL: W2k / Credo

GLÜCKWUNSCH: „...bindet es sich!" - das Nach-Denken

Was tun zum Aufbau einer kritischen Gegenöffentlichkeit?

Wenn Sie „Warum NachDenkSeiten?“ anklicken, dann werden Sie finden, dass wir es für notwendig halten, eine Gegenöffentlichkeit zum gängigen Strom der öffentlichen Meinungsmache aufzubauen. Viele unserer Leser teilen diese Ansicht. Nur wenn es gelingt, die Vorherrschaft des gängigen Denkens in Zweifel zu ziehen, haben wir überhaupt noch eine Chance, die politischen Entscheidungen zum Besseren zu wenden.
Schon die ersten zwei Wochen des Jahresanfangs zeigen wieder, wie schwierig dieser Versuch ist. Wir sind bei einem wichtigen Thema, dem Themenkomplex Demographie, Geburtenrate und Alterung geradezu überrollt worden von dramatisierenden Berichten und Sendungen. Siehe Anhang mit Hinweisen auf massive Meinungsmache auch in den öffentlich-rechtlichen Medien.
Beim Aufbau einer kritischen Gegenöffentlichkeit haben wir es mit einer typischen David-Goliath-Situation zu tun. Das meint, wir können nur Boden gewinnen, wenn wir intelligent vorgehen, intelligenter als die Macher des Hauptstroms. Was das praktisch bedeutet … Albrecht Müller.
Mehr…

Verantwortlich: Albrecht Müller | Permalink | ^ nach oben

... meine, an H. Köhler festgemachte GEDANKEN:xtes Willkommen - denn wer hier unterwegs ist, ist unterwegs ,

Credo , (möglichst zu qualifizieren) und » achtEURO

Die (deutschen) Behörden sind – nach wie vor – enorm verbreitet, dabei aufgebläht ... nicht weg zu denken - beziehungsweise weg zu kriegen /+1 und somit z u m i n d e s t eine Form, die mit typisch deutsch /+2 umschrieben werden kann. Und weiter:

Die deutschen Behörden sind (... oder wissen sich ...) stark und sind bzw. glauben sich entsprechend anerkannt. Glückwunsch.

Aber, ob sie es wahrhaben wollen oder nicht, sie werden - bekanntlich - auch ganz anders beurteilt.

...

Zum Beispiel hält man sich vor Augen oder gar Ihnen vor: was sie, die deutsche Behörden erreichten und dabei anrichteten?

[Hält man sich – besser Ihnen - denen aus den Agenturen, Ämtern ... das „Schwarzbuch" - genauer: „Die öffentliche Verschwendung“ und somit dessen ernüchternde Inhalte vor Augen, sieht es schon ganz anders aus! Somit was den Glückwunsch anbelangt – auch!

Auch. Weil: Arbeitsgelegenheit-en:

... die (freiwillige) Selbstkontrolle der Behörden in Deutschland in einer tiefen Krise steckt. Dazu kommt das eine so genannte innere Uneinigkeit die Behörde z. B. bei AlGII / Hartz IV (nur) zum „Papiertiger“ macht und nicht nur machte! Denn, das ist bis heute so!

Ich behaupte: Autorität kann die damit verbundene Behörde nur entfalten, wenn sie die Autorität seiner Kunden auch anerkennt!

Ein-e jede-r Abgesandte-r der Behörde möge bedenken, dass sie / er eigentlich für uns, die Kunden, wie wir fast zu ironisch genannt werden, dazusein hat, und hätte sich schon längst - teilweise erneut - der Selbstverpflichtung unterwerfen sollen, will er als

h u m a n gelten.

Begriffe wie Menschenliebe, Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe. sollten dann aber auch k e i n e Fremdworte sein.

Übrigens - der Unhumane mit seinem Argument:
Andere handeln mit Ware, aber auch mit Menschen – hält eine Wahrheit bereit. Doch es ist nur eine mutige These, somit nichts immer Greifbares – weder im Guten, wie im Schlechten – wohlgemerkt von der Behörde XYZ, die nun gar einem Wettbewerb seit Jahreswechsel unterliegt, wie aus einem Auszug - siehe unten - und noch ausführlichen in Tageszeitung junge Welt

(jW)

geschrieben steht - seit

13.01.2007

  • »Per Gesetz in die Obdachlosigkeit«

    Die neuen Sanktionsmöglichkeiten gegen Erwerbslose verstoßen gegen die Menschenwürde. Ein Gespräch mit Harald Thomé. Artikel lesen|

    Interview: Ralf Wurzbacher
  • Kein Recht auf Existenzminimum

    Verschärfte Sanktionen gegen »arbeitsunwillige« ALG-II-Bezieher: neue Epoche der bundesdeutschen Sozialgeschichte Artikel lesen|

    Von Rainer Balcerowiak

(jW-Auszug:

Haben Sie Anhaltspunkte, daß sich die Praxis bei der Sanktionierung von Arbeitslosen sukzessive verschärft hat?

Aus unseren Beratungsgesprächen - siehe zuvor und unten - wird ersichtlich, daß der Druck steigt. Für dieses Jahr prognostiziere ich noch einmal eine erhebliche Verschärfung, sowohl was die Qualität als auch die Menge der Sanktionen betrifft. Hintergrund sind unter anderem sogenannte Benchmarking-Prozesse, in denen die Bundesagentur für Arbeit die Verfahrenspraktiken der einzelnen Arbeitsagenturen mit dem Ziel vergleicht, das Sanktionsregime zu vereinheitlichen und zu »optimieren«. Das ist ein perfides Instrument, Druck auf die mitunter »softeren« Einrichtungen und Fallmanager auszuüben und zu einem repressiveren Vorgehen gegenüber Leistungsempfängern zu bewegen. ), siehe auch gleiche Quelle Kurz notiert: /+6 ]


Hier streift die berühmte Pilatus-Frage:Was ist Wahrheit? (Quid est veritas)

Hinter dieser Frage scheint mir ein wesentlicher Kern der Arbeit der Behörde durchzuschimmern:

die Einsicht nämlich, dass in der Demokratie, wie wir sie haben (?) niemand die Wahrheit /+4+5 für sich gepachtet hat.

Und dass jeder für eigene Fehler im Ernstfall auch öffentlich gerade stehen muss. Und auch:

dass freiwillige Kontrolle allemal besser ist als unfreiwillige Kontrolle – etwa durch den Gesetzgeber.

(Zuvor durch Initiativen. ... Um – im schlimmsten Fall – Rechtsflucht ausgesetzt zu sein bzw. zu bleiben! Zurück zur Einhaltung von Rechtsgrundlage-n !)

Zum humaneren (angestrebten) Prinzip /+3 gehört: Behörden und „Kunden“ haben sich bestimmten Grundsätzen unterworfen.

(Allerdings n i c h t aus freiem Willen – s o w o h l a l s a u c h !)

Sie haben ein Sanktionssystem, welches nicht gemeinschaftlich vereinbart ist.

Dabei ist (k)ein unwichtigerer Kritikpunkt: ..., dass es einzelne Kunden durchaus schmerzen

kann, Einschnitte in einem sozialeren Lebensabschnitt, der trotzdem die Zugehörigkeit zur Unterschicht brachte, hinnehmen zu müssen, würde das zugleich den übergeordneten Schichten im gleichen Verhältnis auch passieren! Das sind Interessen der Gemeinschaft und für die G. nützlich.

(FRAGE: Aber wo gibt es Gemeinschaft-en.? Eine ANTWORT: in der Kirche. Eine weitere: in Verbänden ... . Also

in Gruppierungen sowohl in der Wirtschaft als im Sozialen Bereich, die sich aber auch im Wege stehen, wie es beispielsweise die Gewerkschaft immer mehr nachgesagt bekommt. ...)

Allgemeine Informationen zu den Themen Gewerkschaft, Tarifpolitik, Mitbestimmung und Arbeitskampf )

Doch der Kunde erbringt noch einen ganz anderen Mehrwert. Er nützt eben nicht nur den Interessen der Behörde und der darin Tätigen.

Sondern:

Indem der Kunde die Fehlbarkeit der Behörde erkennt (auch eben nicht immer anerkennt! ...) und somit die Folgen zu begrenzen sucht, macht er sich nicht nur „zum Anwalt der offenen Gesellschaft“,

z. B. über ADU (allerhand durch uns) sondern auch derer, die zu Opfern der Behörden werden bzw. geworden sind.

Eine freie humane Arbeit und ein solcher Einsatz ohne Effekthascherei gehört zum unverzichtbaren Kern einer freiheitlichen Demokratie.

Dabei muss es eine Kultur des demokratischen Staates sein, die Freiheit der Meinung - im Allgemeinen und der Presse - im Besonderen (oder umgekehrt) zu garantieren und zu schützen. Warum?

Weil Demokratie davon lebt, dass Vielfalt herrscht, dass unterschiedliche Auffassungen miteinander ringen können; weil erst in der Auseinandersetzung mit dem anderen der demokratischeKompromiss reift. All das können wir nur da als alltägliche Selbstverständlichkeit
erfahren und lernen, wo Freiheit herrscht, wie sinngemäß
Horst Köhler als unsere Bundespräsident vor kurzem - mündlich, wie schriftlich - ausführte.

Und das heißt: (Presse-)Freiheit kann und muss auch unbequem sein. ... Das Notwendige dazu stammt von Albert Camus: „Eine freie Presse kann gut oder schlecht sein, aber eine Presse ohne Freiheit kann nur schlecht sein.“

(... vom Grundgesetz garantierte Pressefreiheit ist kein persönliches Privileg, sondern eine „dienende Freiheit“, wie Jutta Limbach /+7 gesagt hat – eine Freiheit, die sich bindet, indem sie sich selbst Grenzen setzt. Im Übrigen freue ich mich mit H. Köhler sehr, dass auch der neue Pressekodex klarmacht: nicht alles, was von Rechts wegen zulässig wäre, ist auch ethisch vertretbar.

P. S.:

Für Behörden wäre es gut, wenn sie, wie die "Multiplikatoren" V6 ihre journalistische Berufsethik kontinuierlich neu bewerten und definieren, genau das auch zu lassen und machen. Machen!

So simpel. Das hilft:

- - - bei der Presse: die Vitalität der Pressefreiheit zu erhalten.

Es werden Maßstäbe gesetzt und auf deren Einhaltung geachtet. Bei Zuwiderhandlung wird eine Strafe verhängt, die den Betroffenen
an seiner wohl empfindlichsten Stelle berührt: der Glaubwürdigkeit.

--- bei der Behörde: Sollte es zumindest ähnlich sein!

Doch generell steht im Raume:

Unter dem wachen Auge - nicht nur der Kunden, als Teil der Bevölkerung - ist es schwer geworden, wie Pontius Pilatus - siehe zuvor und LEGENDE - einst seine Hände in Unschuld zu waschen und Verantwortung von sich zu weisen.

Ich möchte noch persönlich bzw. direkter werden!

Henrik Ibsen wird das Wort zugeschrieben, man solle nie seine beste Hose anziehen, wenn man hingeht, um für Freiheit und Wahrheit
zu kämpfen.

Wir sollten sogar verstärkt darüber nachdenken, journalistische Grundsätze über nationale Grenzen hinweg zu erörtern, mit dem Ziel,
so etwas wie Maßstäbe für einen Welt-Journalismus zu definieren. Wir müssen uns mehr denn je der Aufgabe stellen, die Globalisierung zu
gestalten. Und dass die Kulturen und Religionen der Welt einander mit mehr Respekt begegnen, dazu kann ein ethisch fundierter Journalismus viel beitragen. Die Goldene Regel der Weltreligionen zu beherzigen:

„Was Du nicht willst, das man Dir tu´, das füg´ auch keinem andern zu“, das taugt immer.


Für Behörden und auch für Journalisten kann die vorgenannte Regel Richtschnur sein über die Aktualität hinaus; ein Anlass zum
Nach-Denken und Hinterfragen der eigenen eingeschliffenen Handlungsweisen.

Deshalb bin ich auch froh darüber, wenn Journalisten hierzulande, namhafte zumal, kritisch das eigene Vorgehen beleuchten.

...

Unter dem Titel „Ethik im Redaktionsalltag“ zeigen erfahrene Journalisten auf, was sich auch aus Fehlern lernen lässt.

Franziska Augstein etwa berichtet von dem Bundesminister, den sie auf einer Reise begleitete, der zunehmend Vertrauen zu den Pressevertretern fasste und immer offener Positionen vertrat, die sie als empörend empfand – was sie ihm aber nicht persönlich zu erkennen
gab, sondern erst durch die Veröffentlichung ihres Reiseberichts wissen ließ. Heute bilanziert sie: „So ‚natürlich’ meine Zurückhaltung mir während der Reise erschien, so leid tat sie mir hinterher.“ Udo Röbel, der damals über das Gladbecker Geiseldrama berichtete, bekennt heute:
„Es war ein Fehler, zu den Geiselnehmern in das Auto zu steigen.“ Und Heribert Prantl erzählt von einem hochbrisanten Interview mit einem
Landesminister, das zwar penibel alle Regeln einhielt, die zwischen Interviewer und Befragtem gelten. Und doch: „Es hat im Frage-
Antwort-Spiel ein Satz gefehlt, zu dem keine journalistische Regel verpflichtet. Der Satz hätte gelautet: Sie reden so, dass Sie Ihre Kritiker in ihrer Kritik noch bestätigen. Sie reden sich um Kopf und Kragen.“

In diesen Beispielen geht es nicht darum, dass jemand gegen Paragrafen einer Standesordnung verstoßen hat und zu seiner Läuterung
späte Einsicht dokumentieren will. Hier regt sich – ungefragt und unverlangt – etwas viel Fundamentaleres, etwas, ohne das es aufgeklärten,
dem Menschen verpflichteten Journalismus überhaupt nicht geben kann. Hier regt sich: das Gewissen.

Womit ich nochmals bei H. Köhler unt Ausführungen vor dem Presserat bin, wo es weiter hieß: Das ist der Grund, weshalb ich solche Schilderungen für vorbildlich halte: Journalistinnen und Journalisten setzen ihren guten Namen dafür ein, um Berufskollegen auf die Fallstricke des Geschäfts aufmerksam zu machen. Denn machen wir uns nichts vor: Für die Qualität der eigenen Arbeit trägt am Ende jeder Journalist selbst die Verantwortung

- jeden Tag aufs Neue, und niemand kann ihm oder ihr das tägliche

Ringen darum abnehmen. Sich nach der Decke strecken, um Qualität

zu sichern, in jeder Zeile, auch unter Zeitdruck, das lässt sich nun

einmal nicht an andere delegieren.

Und die Behörde kann auch vieles! Aber hier geht es auch darum, nicht einseitig, nach einem wirksamen Mittel gegen Qualitätsverfall zu suchen und findig zu werden. Humaner!

Derzeit und zu lange macht es sich die Behörde zu leicht mit der eigenen Verantwortung.

Zu dort Tätigen - ganz konkret:

Auch ich weiß dabei sehr wohl, dass die Bedingungen, unter denen viele von Ihnen arbeiten, in den vergangenen Jahren nicht einfacher
geworden sind. Mittlerweile geht es um weit mehr als um persönliche Belastungen durch Mehr-Arbeit.

Überall ist es so:

Es geht um die Frage, infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten, mit Personalkürzungen, wie gehabt, zu reagieren bzw. überhaupt darum, die Bedingungen gewähren zu können, die einfach menschlicher sind!

Die immer mehr greifende Uniformität, die sich ausschließlich aus Effizienz - siehe zuvor und unten in der "LEGENDE" - speise ist mehr als ein Übel.

Sie ist Schwäche!

Von Vielfalt könne kaum noch die Rede sein. Noch schwerer wiegt die Bedrohung der Werte. Wie drängend das Problem ist, davon kann die Behörde selbst ein Lied singen. In den vergangenen beiden Jahren machte das Thema einen Schwerpunkt der Beschwerdearbeit aus:

Knapp die Hälfte der bislang in diesem Jahr erschienen Beiträge in entsprechenden Ressorts ging darauf zurück; und die Zahl der Beschwerden und spätere Klagen ist bekannter Weise sprunghaft angestiegen. Zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung

Deshalb:

Wir brauchen eine neue Debatte!

Gesellschaft für Bürgerrechte und Menschenwürde - Auch daüber ...

Es geht nicht an, Menschen zur "Garnierung" mit der Bezeichnung Unterschicht abzustempeln oder / und vielleicht sogar diese zur Tarnung von Egoismus der Oberschicht dient.

Wer das weiterverfolgt, verfolgt keine menschlich vertretbaren Zwecke mehr.

Eigentlich hat "er" sich sogar untergeordnet.

Ich weiß: Das Thema ist schwierig – auch, weil es das veränderte Verhältnis zwischen Kunden und "Dienstleister" berührt.

Zu kritischen Menschen (nicht nur Journalisten) gehört nun einmal immer auch ein Quäntchen Stolz. Menschen, die ihren Stolz verlieren, auch gegenüber dem Arbeitgeber, der Behörde ... verlieren deshalb möglicherweise etwas, was essentiell ist für ihren Beruf. - Für ihr Leben!

AUFRUF AN ALLE:

Lassen Sie es bitte nicht so weit und noch weiter kommen.


Auch die unter Ihnen, die andere Ziele haben, sollten sich in Ihrem eigenen langfristigen Interesse klarmachen, wo die Grenze verläuft.

Schon macht sich auch außerhalb der Branche, der ich angehöre /+8, eine Ernüchterung breit, die dem Leben nicht bekommt. Da lese ich, H. Köhler, zum Beispiel:

„Medien werden von ihren Managern immer mehr als ökonomische Güter wie andere auch behandelt und vorrangig oder gar allein am Ertragsinteresse ausgerichtet.“ So hat es der Richter am Bundesverfassungsgericht, Wolfgang Hoffmann-Riem, beschrieben.

Als Journalist oder Verleger – als einer, der den Anspruch nicht aufgibt, der Wahrheit zu dienen - würde ich das als Warnsignal auffassen.

(In aller Bescheidenheit, das ist auch meine Meinung, die ich nicht grundlos gerade hier und in diesem Zusammenhang platziere!Wie:

Es kommt schon darauf an, welches Bild die Presse, die Behörde und jede Mensch von sich selbst hat, was ein Jeder daraus macht und wie es vermittelt (ist / wird).

Köhler: Nein, es ist nicht unanständig, mit Zeitungen Gewinn machen zu wollen. Und ein Verleger, dessen Produkt am Markt nicht bestehen kann, dient weder seinen Mitarbeitern noch der Pressefreiheit. Aber ist es nicht doch auch etwas ganz Besonderes, Zeitung machen zu dürfen? Ich finde, als Journalisten und Verleger sollten Sie das hüten und bewahren, was den Kern Ihrer Arbeit ausmacht und weshalb sie unter dem Schutz des Grundgesetzes steht. Ich selbst bin in dieser Frage konservativ. Deshalb neige ich zu Karl Marx. Der hat gesagt:

„Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein.“

Denken Sie bitte daran, und lassen Sie sich daran erinnern, zur Not auch von Mitarbeitern, die von ihnen abhängen. Beide, Journalisten und Verleger, sind gefordert. )

Hieraus leite ich ab - das gilt sinngemäß auch für Behörden - mehr noch sollte endlich dort gelten! Gültigkeit durch Anwendung erfahren!

Übrigens: Kommerzielle Zwänge müssen nicht zwangsläufig zu (... x-beliebigen) Einbußen führen. Der wirtschaftliche Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland ist auch dadurch gekennzeichnet, dass Innovation und Produktivität gerade dann zunahmen, wenn die Wettbewerbsbedingungen besonders hart waren. Und amerikanische Pressehistoriker haben herausgefunden, dass technologische Erneuerungen durchaus auch einen heilsamen wirtschaftlichen Druck auf den Journalismus - und anderen Sphären -ausgeübt haben. Denn erst als im 19. Jahrhundert neue, schnelle Druckmaschinen zur Verfügung standen und die Industrie mit Hilfe der Werbung Massengüter unter die Verbraucher bringen wollte, konnten sich die Zeitungen von den sie bis dahin prägenden parteipolitischen Bindungen lösen und lernten, Massen anzusprechen – was nur gelang, indem man eine unparteiische Sprache fand: die moderne Nachrichtensprache eben. Die technische Innovation wurde nach dieser Lesart also zu einem der Auslöser für politische Unabhängigkeit im Journalismus.

Ich gebe zu:

Diese These ist ungemütlich, weil sie so völlig ohne Romantik auskommt. Und ich weiß: Es gibt auch den Impetus der Aufklärung im Journalismus, und er ist wesentlich. Weil das so ist, sage ich: Ihr Ehrgeiz wäre nicht ausreichend, wenn Sie sich vornähmen, Qualitätseinbußen im deutschen Journalismus zu verhindern, obwohl Sie in einem immer schwierigeren Marktumfeld agieren. Nehmen Sie
sich doch bitte vor, die Qualität im deutschen Journalismus zu steigern, weil das nicht nur für Ihr Unternehmen, sondern für das Land insgesamt gut ist.

Bildungsfragen

Diese Welt will erklärt werden. Sie war noch nie so kompliziert wie heute. Aber sie hat auch noch nie so viele Möglichkeiten zum friedlichen
Ausgleich, so viele Chancen der Zusammenarbeit und der Wohlstandsmehrung für alle geboten. Die zunehmende Komplexität der Zusammenhänge verlangt eine hohe Qualifikation derer, die das Erklären übernehmen. Doch sie schafft auch einen neuen Bedarf an Aufklärung, und wer diesen Beitrag leisten kann, dessen Gewicht wird steigen.

Zwischen dem Aufklärungsauftrag der Journalisten und dem Auftrag der Verleger, das gemeinsame Produkt mit Erfolg zu verkaufen, lässt sich meiner Meinung nach eine Spannung aufbauen, die einen echten Qualitätsschub bringen kann. Den brauchen wir auch, denn der Wandel, den unser Land erlebt, muss erklärt werden, damit er verstanden werden kann, und er muss verstanden werden, damit er gestaltet
werden kann. Ich wünsche mir deshalb einen Journalismus, von dem sich mehr lernen lässt über die Welt in Veränderung, an der wir
teilhaben. Ich wünsche mir, dass Veränderung nicht vornehmlich gemessen wird als Abstand vom Status Quo, sondern auch in den neuen
Sichtweiten und Blickwinkeln, die Veränderung ermöglicht. Manche Lösung kann sich erst ergeben, wenn man unterwegs ist, und ein fundiertes Urteil über solche Lösungen kann nur treffen, wer sich auch auf den Weg gemacht hat.

Ich weiß, Sie brauchen feste Standpunkte. Aber das heißt nicht, dass Sie stehen bleiben sollen. Offen zu sein für den Wandel, neugierig zu sein auf die Zukunft, sich kompetent zu machen für das Neue: das sind Haltungen, die guten Journalismus schon immer ausgezeichnet
haben, und sie sind heute mehr gefragt denn je.

Ohnehin hat sich der journalistische Handlungsrahmen bereits stark ausgeweitet: Journalisten, die es mit ihrem Aufklärungsauftrag ernst meinen, blicken schon heute über den Tellerrand nationaler Grenzen weit hinaus; sie erfassen die internationale Dimension der
Aufklärung. Politiker können das genauso tun, und sie tun das hoffentlich auch immer mehr. Doch sie leben auch in der Spannung, dass sich immer mehr Bereiche durch die Globalisierung entgrenzen, während politische Verantwortungs- und Handlungsmandate im Prinzip räumlich und zeitlich begrenzt bleiben.

Schlüssel fürs Schlüsselloch

(Einzahl und Mehrzahl)

Vielleicht liegt hier mit ein Grund dafür, warum Politiker heute zuweilen in ihrer Wirkmächtigkeit gleichsam geschrumpft und einflusslos
erscheinen.

Werter Besucher unserer Homepage, wir bedanken uns für Ihren Eintrag und würden uns freuen, Sie bei uns wieder begrüßen zu dürfen.

Nun kann man sich als Journalist angesichts dieser Entwicklung auf die faule Haut legen – die Dinge laufen ja ohnehin auf einen zu, und kurzfristig mag der Respektsverlust von Entscheidungsträgern ja auch dem eigenen Macht- und Lustgewinn dienen. Langfristig aber heißt es, den Ast absägen, auf dem man selber sitzt, wenn Journalismus die öffentlichen Angelegenheiten mit systematischer Missachtung
behandelt. Und manchmal ist es eben wirklich nur eine besondere Form der Publikums-Anbiederung, wenn sich Journalisten pauschal über Politik verächtlich machen.

Hannah Arendt hat in ihrem Denktagebuch ein Merkwort geschrieben, das für mich gleichermaßen Ansporn sein kann für Politiker wie für Journalisten: „Verantwortung heißt im Wesentlichen: wissen, dass man ein Beispiel setzt, dass andere folgen werden. In dieser Weise
verändert man die Welt.“

Deshalb meine Bitte:

Bleiben Sie auf Höhe mit der Politik; nein, seien Sie ihr voraus. Gehen Sie den Dingen auf den Grund. Schauen Sie, wie es andere jenseits unserer Grenzen halten, und ob ihre Erfahrungen hilfreich für uns sind. Entwickeln Sie eigene Urteilsfähigkeit über Alternativen. Das tun wir doch bereits, sagen Sie? Meine Damen und Herren, Hand aufs Herz - was meinen Sie: Wie viele Korrespondenten in der Hauptstadt können beispielsweise sagen, dass sie alle Fragen rund um die Gesundheitsreform wirklich verstanden haben? Eine nicht repräsentative Umfrage unter Berliner Büro-Leitern ergab:niemand wollte eine Zahl oberhalb von 20 nennen. Zum Vergleich: Die Bundespressekonferenz hat gegenwärtig 940 Mitglieder mit dem Auftrag, systematisch über die Bundespolitik zu berichten.

Noch etwas: Gute Journalisten sollten sich nicht den Schneid abkaufen lassen von schnellen Journalisten.

Auch das ist auf andere Bereiche der Berufs- und Lebenswelt verallgemeinbar!

„Wer im Flachen badet, kann nicht untergehen.“ Diese Sottise wird dem langjährigen RTL-Chef Helmut Thoma zugeschrieben. Die Folgen dieses Geschäftsprinzips bekommt mittlerweile fast jeder Journalist in Deutschland zu spüren, auch solche, die nicht fürs Fernsehen arbeiten. In der Tat kann doch einem mulmig werden, der einst wegen Kurt Tucholsky und der „Die Weltbühne“ Journalist wurde und sich heute als Kollege von schrillen Gestalten wieder findet, die die Welt für ihre Bühne halten.

Jürgen Leinemann spricht davon, das „Unterhaltungsmedium Fernsehen“ habe einen „ungeheuren Stellenwert eingenommen“, und er warnt: „Das Bild sticht das Wort aus, aber wir brauchen nun einmal zu allem, was wir mit Aufklärung verbinden, das Wort.“ Ich finde, darüber
nachzudenken, lohnt sich. Dabei gehe ich gar nicht so weit wie Leinemann, der meint, das Fernsehbild setze von vornherein „eigentlich
das Denken außer Kraft.“ Nach dieser Logik kann es keinen Fernsehjournalismus geben – eine These, die ich mir nicht zu eigen mache.

Aber die emotionale Übermacht des Fernsehbildes, die gibt es.Ich möchte Ihnen ein Beispiel nennen, das mich eindringlich berührt hat: Es ist ein Fernsehkanal in Sierra Leone. Der Bürgerkrieg in diesem kleinen westafrikanischen Staat, ein langer und grausamer Bürgerkrieg, lag noch nicht weit zurück, als ich dort im Dezember 2004 zu meinem ersten Staatsbesuch als Bundespräsident eintraf. Es war ein zerstörtes, zerrissenes Land, das ich besuchte, mit einer Regierung, die nicht einmal dem Staatsgast gegenüber vorgab, die Lage voll im Griff zu haben.

Und in diesem Fernsehkanal liefen: Modenschauen aus Paris. Ungestaltet. Unkommentiert. Unausgesetzt. Untermalt von Musik, unterbrochen nur von Werbung. Keine Nachrichten, keine Aufklärung, keine Talkshows – nur Modenschauen, Models auf dem Laufsteg, sonst nichts. Ein Bilderstrom von Luxus und Leichtigkeit, Ablenkung – auch Verlockung.

Ich sehe einen Zusammenhang zwischen solchen Fernsehprogrammen und den Leichen junger Afrikaner, die an den Stränden Lampedusas
und anderswo angespült werden. Denn es hängt auch mit der Macht der Bilder zusammen, dass Menschen sich aus allem lösen, was ihr bisheriges Leben ausgemacht hat, und in Nussschalen und Seelenverkäufer steigen, um sich Träumen hinzugeben, die sogar die Angst vor dem Tod verdrängen.

Ich mache auf diesen Zusammenhang aufmerksam, weil es wichtig ist, dass Journalisten die Macht der Bilder kennen, damit sie verantwortlich mit dem Bild umgehen können – und das heißt eben: sich nicht der Macht des Bildes unterordnen. Denn wer das tut, hat aufgehört, sich zweifelnd auf die Suche nach der Wahrheit zu machen und sich stattdessen in den Dienst des Dramas, der Inszenierung, des
künstlich geschürten Konflikts gestellt.

Dabei erscheint es mir ein wenig wohlfeil, immer wieder auf das Privatfernsehen zu verweisen, wenn nach den Gründen für das gesucht wird, was als Qualitätsverfall im deutschen Journalismus beklagt wird. Zumal es im Privatfernsehen durchaus Qualität gibt und prägende Impulse
für Kreativität und Einfallsreichtum aus diesem Bereich gekommen sind.

Also: Niemand hat die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und schon gar nicht die Printmedien gezwungen, Stilmittel des Privatfernsehens
zu übernehmen. Dennoch haben sie es getan, und sie tun es bis heute. Praktiker wie Hans Leyendecker benennen die Folgen so:

„Ein Journalismus kommt hoch, der die Wirklichkeit nicht abbildet,sondern inszeniert.“ »Ticker-Nachrichten und andere ...

Vielleicht ist es gerade angesichts der Übermacht des Bildes Ihre Aufgabe, sich erneut der Stärken des Wortes zu besinnen. Sie wissen, das Wort stand bekanntlich am Anfang, und zwar nicht nur am Anfang des modernen Journalismus. Das Wort macht eine Verständigung zwischen Menschen möglich, die wir so tief, so erhellend und so lehrreich mit anderen Mitteln kaum erreichen können. Seinen Wert zu erhalten und zu mehren, das hat also auch etwas mit dem Wert unserer Menschlichkeit zu tun.

Deshalb lautet meine Bitte an Sie: Verkaufen Sie das Wort nicht zu billig. Ich weiß um Ihre Sorgen, weil das Interesse der jungen Leute an der Zeitung so deutlich nachgelassen hat. Sehen Sie das als Ansporn für einen neuen Schub an Kreativität und Innovation bei den Printmedien. Vielleicht haben Sie sich als Zeitungsjournalisten zu sehr vom Siegeszug des Fernsehens verunsichern lassen. Lassen Sie sich auch nicht vom Erfolg des Internet verunsichern.

2006

In meinen Augen birgt die Entwicklung eine große neue Chance. Denn das Internet ist nicht nur eine neue Technik. Es ist ein neues Kulturwerkzeug, das die Generationen prägen wird, die damit aufwachsen.

Was eigentlich ist neu an der Welt, seit es das Internet gibt? Mathias Döpfner hat das Potenzial wie folgt beschrieben: „Jede Information ist für jedermann jederzeit überall verfügbar.“ Was für eine traumhafte Ausgangslage für jeden Journalisten, der es mit seinem Berufsauftrag ernst meint!

Stiften Sie Ordnung unter all diesen Informationen. Geben Sie Orientierung. Zeigen Sie den Unterschied zwischen Wichtigem und Unwichtigem.

Halten Sie uns neugierig. Klären Sie uns auf.

Ich bin sicher: Diese Aufgabe lohnt sich. Und sie bleibt. (O-Ton H. Köhler)

GLÜCKWUNSCH:„...bindet es sich!“

Nicht durch unsere Entdeckungen, sondern durch unsere Ahnungslosigkeit bewegen wir uns sicher durch das Leben. (frei nach Jean Giraudoux)

SPORT&MEHRatARCOR.DE N i c h t zuletzt:

Leseraktion: Retten Sie ein Wort vor dem Aussterben!

Zum BE-SUCH
- für den wir hiermit danken!

LEGENDE - w e i t e r e Hinweise:

V6 = Beispiele abgeleitet oder / und aus 2003

V10 = Linkeliste-Nr. 10

...

V12 = Vireninfos

Mit der Zeit gehen bedeutet auch, sich

kümmern

- z. B. um das Nachfolgende,

wobei mir die Auerbach Stiftung das Wichtigste

ist: Vireninfos / Die neusten Virenbeschreibungen/ AVIRA Warnungstafel

z. B.

Viren Warnungen und Benachrichtigungen von www.avira.com

Vireninfos
Die neusten Virenbeschreibungen
AVIRA Warnungstafel


V13 = Vorlage-Nr. ...

W2k = 2. Willkommensgruß und mehr ...

/+1 (1890233) Im Sinne von: u. a. Müller, Albrecht
Die Reformlüge - 40 Denkfehler, Mythen und Legenden, mit denen Politik und Wirtschaft Deutschland ruinieren (Siehe auch Namensvetter ..., Uwe bzw. KARL-HEINZ PAQUÉ in FAZ und Müller, Albrecht


Machtwahn - Wie eine mittelmäßige Führungselite uns zugrunde richtet ... Bestseller von Jürgen Roth und Albrecht Müller beschreiben das Land als Geisel dunkler Mächte // Jürgen Roth: "Der Deutschland-Clan. Das skrupellose Netzwerk aus Politikern, Top-Managern und Justiz". Eichborn, 256 Seiten, 19,90 Euro.Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 18.06.2006, Nr. 24 / Seite 27)

/+2 (1890235-48) Etymologie des Begriffs Deutsch

/+3 (20034294)

/+ 4 (1930789)... ein Ziel, das möglichst weitgehend verwirklicht werden soll. Es handelt sich gerade nicht um eine Regel. Regeln fordern im Unterschied zum Prinzip nicht nur Berücksichtigung, sondern strikte Beachtung. Insbesondere von Robert Alexy wird die umstrittene These vertreten, die Grundrechte seien als Prinzipien, nicht als Regeln zu verstehen.

Merke:

Die neuen Sanktionsmöglichkeiten gegen Erwerbslose verstoßen gegen die Menschenwürde. Ein Gespräch mit Harald Thomé

Interview: Ralf Wurzbacher (siehe oben bzw. Jw)


+5 (2008972-86) Hannah Arendt, in der Fußnote zum Titel der englischen Veröffentlichung "Truth and Politics", die nur dort veröffentlicht wurde.

  1. H.A.: Was ist Politik? München 1993 S. 9 2008973
  2. Über die Revolution S. 326f. In: Hannah Arendt: Über die Revolution (On Revolution New York 1963), Piper, 4. Aufl. München 1994, ISBN 3-492-21746-X
  3. Vgl. insb. Arendt: Wahrheit und Politik (2006) Nanz, S. 65 ff
  4. Arendt: Wahrheit und Politik (2006), S. 62
  5. Arendt: Wahrheit und Politik (2006), S. 27
  6. Arendt: Wahrheit und Politik (2006), S. 23
  7. H. Arendt: Wahrheit und Politik (2006), S. 42
  8. Zitate nach H. Arendt: Wahrheit und Politik (2006)
  9. Zitate nach H. Arendt: Wahrheit und Politik (2006), S. 20ff
  10. Arendt: Wahrheit und Politik (2006), S. 54
  11. Arendt: Wahrheit und Politik (2006), S. 54
  12. Arendt: Wahrheit und Politik (2006), S. 23
  13. Arendt: Wahrheit und Politik (2006), S. 55

/+6 (2078432)

Sozialer Terror per Gesetz // siehe unter /+9

/+7 Effizienz (v. lat.: efficere „bewirken“) ist das Verhältnis eines in definierter Qualität vorgegebenen Ziels zu dem Aufwand, der zur Erreichung dieses Ziels nötig ist. Ein effizientes Verhalten führt daher wie auch ein effektives Verhalten zur Erzielung einer Wirkung, hält aber darüberhinaus den dafür notwendigen Aufwand möglichst gering (vergl. Ökonomisches Prinzip)

/+8 - jenachdem, wie man es betrachtet bin ich im 20-ten, 15-ten oder / und 10-Jubliäumsjahr - siehe beispielsweise auch unter: j. ... // AN über Suchmaschinen, Was woll(t)en wir: ...

/+9 aus Erwerbslosenforum // » achtEURO (888071)

anstelle /+10 usw.: HUMANITÄT/MENSCHLICHKEIT ... ist keine Beschreibung dessen, was menschlich (also eine tatsächliche Eigenschaft des Menschen) ist, sondern eher dessen was wünschenswert (und somit noch nicht erreicht) ist.

Für Cicero war es ein Begriff für die ganzheitliche Bildung des Menschen. In diesem Sinne wurden die Studia humanitatis betrieben.

Der Gedanke der Humanität umfasst die prinzipielle Gleichheit aller Menschen jeder Herkunft und jeden Geschlechtes, die allgemeine Menschenwürde und den Pazifismus (die Ablehnung des Angriffskrieges). Im weiteren Sinn beinhaltet Humanität auch religiöse und politische Toleranz und Achtung vor dem Mitmenschen und seinen Überzeugungen.

Die praktische Humanität führt zur Hilfsbereitschaft und zum Engagement in sozialen Einrichtungen wie etwa der Caritas oder der Diakonie. Vielfach äußert sie sich auch in besonderer Achtung vor der Natur.

Besonders in der Zeit der Aufklärung (Johann Gottfried Herder, Friedrich Schiller usw.) und nach dem Zweiten Weltkrieg lebte der Gedanke der Humanität neu auf. Im Zusammenhang mit den Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist er von zentraler Bedeutung. In den Verfassungen der demokratischen Staaten ist die Humanität in den Gesetzen (siehe Deutsches Grundgesetz) fest verankert.



WEITER:in Arbeit dazu Wunder? dazu ... Übrigens hier entsteht auch die Seite "Zwischenablagen". Darunter:
ZEITAUFNAHMEN - Dank der NETZZEITUNG - aus der stammt:

Deutsche
Bildungs-
misere
War die
DDR besser?
// Bildungsfragen ... Willkommen -> Das Zeichen soll Aufmerksamkeit erwecken und Sinne -> schärfen!

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( Deutschland, einig Gaunerland

Von wegen alles schwarzrotgoldene Leichtigkeit: Die Bestseller von Jürgen Roth und Albrecht Müller beschreiben das Land als Geisel dunkler Mächte



18. Juni 2006
Die "Du bist Deutschland"-Kampagne, die große Koalition, die Fifa-Weltmeisterschaft alias Deutschland-Party - das war der Dreischritt zum Sommer unseres Vergnügens. Die Parteien sind einig, die Fahnen flattern, die Stimmung pendelt zwischen hedonistischem Anarchismus und fröhlicher Resignation. Die beiden rhetorischen Figuren des "Wir alle" und "Jeder einzelne", Plural und Singular des Deutschen, haben den öffentlichen Diskurs fest im Griff: Jeder einzelne und wir alle müssen jetzt im Glanze dieses Glückes blühen.

Ganz Deutschland? Nein. Auf den Sachbuch-Bestsellerlisten halten sich zwei Titel, die in allen Punkten dermaßen der verschriebenen guten Laune entgegenstreben, daß es ein Wunder ist, daß sie überhaupt verlegt, geschweige denn so massenhaft gekauft werden: Jürgen Roths "Der Deutschland-Clan" und Albrecht Müllers "Machtwahn".

Es sind schwere Bücher mit schwarzem oder dramatisch schwarzrotgoldenem Cover, mit alarmistischem Klappentext, Bücher von viktorianischer Anmutung, eine schwarze Lektüre zur Dämmerung, die man mit einem Brandy zu sich nimmt. Der Duktus beider Bücher ist ähnlich, aber das Genre differiert leicht: Jürgen Roth ist der Kriminalist, Müller eher der hegelianische Gesamtrebell.

Roths "Deutschland-Clan" verspricht in Vorwort und Klappentext, die Strukturen und Verbindungen eines real existierenden, soziologisch nachweisbaren Clans, der das Land in den Händen hält, nachzuzeichnen. Doch das vergessen Autor und Leser schnell, denn es geht auf eine furiose Reise: Wir sind in Augsburg beim Prozeß gegen den ehemaligen Staatssekretär Ludwig-Holger Pfahls. Schon die Sache: ein Hammer, oder? Dann aber hat sich der Richter nach dem Urteilsspruch vor Pfahls auch noch verbeugt. Roth empört das, aber es erstaunt ihn nicht, denn Müntefering hatte die Hedge-Fonds ja auch erst zugelassen, bevor er sie zu Heuschrecken ernannte. Der Leser stockt und schluckt, aber Roth fährt fort, zur Zwick-Affäre über Werner Müller zu Laurenz Meyer. Bald sind wir in den Lüften, an Bord einer Privatmaschine der West-LB. Steuern tut die Maschine unser späterer Kronzeuge, der vielleicht, oder doch eher nicht, große Mengen Kokain vertickt hat, aber zwischendrin flog er auch Prostituierte mit "hochrangigen" Politikern, Managern und so. Roth ringt um Fassung und dann mit der Lesbarkeit, wenn er die Details der Verfahren um die West-LB-Skandale darstellen muß. Egal, man hat ja schon kapiert: Koks und Callgirls auf Kosten des kleinen Mannes - ein dickes Ding.

Aber wer sich darüber empört, hat die ganze Dimension des Elends nicht umrissen und wird deshalb mitgenommen nach Mecklenburg-Vorpommern, zu einem angeblich allmächtigen Unterweltspaten, der dort zwei Cafés betreibt. Roth trifft sich mit ihm, findet ihn ganz sympathisch. Später nimmt die Polizei den Paten hops. War er vielleicht doch gar nicht so allmächtig? Egal, die ganz großen Dinger werden ja eh woanders gedreht, in Bukarest beispielsweise. Bodo Hombach hat da Geschäfte gemacht. Und wo war der früher? Richtig, auf dem Balkan. Stichwort Kosovo, albanische Mafia.

Dem Buch wohnt ein rührender lutherischer oder volksmagischer Zug inne: Wird ein Skandal oder auch nur dessen Schauplatz einmal benannt, so ist das Böse in ihm auch gebannt. Zusammenhänge, Ursachen und Wirkungen halten auf, es muß weiter benannt werden. Die ganze Reise hat ein Ziel, und das ist weit: Petersburg, also Gasprom. Schröder geht zu Gasprom. Das ist ein so dickes Ding, daß Roth es mehrmals an- und ausführt: Putin, KGB, andere Deutsche - Stasi, Schröder früher bei den Jusos, alles klar.

Daß es sein Generalargument einer organisierten Machtübernahme Deutschlands durch einen neoliberalen Clan nicht plausibler macht, wenn der ehemalige Bundeskanzler sich bis nach Petersburg und unter Beschädigung seiner Reputation in solche erkennbar dunklen Kreise begeben muß, um ordentlich Geld zu verdienen, daß er also offenbar in seinem Heimatland gar nicht über entsprechende Unterweltsverbindungen verfügt, fällt Roth nicht auf. Auch vor der angeblich furchterregenden und - wegen Seilschaften mit den Medien - unhinterfragbaren Macht eines Wolfgang Clement kann einem nur dann gruseln, wenn man vergißt, daß Clement und die anderen NRW-SPD-Größen vom angeblich so leicht zu manipulierenden Wähler schnöde ins Privatleben verabschiedet wurden.

Aber da ist Roth längst woanders, er wird überall gebraucht, um uns von einem "Schweinfurter Bauträger, der nur mit albanischer Leibgarde im Auto fährt" zu erzählen, oder von Florian Gerster und dessen freihändigen PR-Aufträgen. Aus Peter Hartz & Co hätte er vielleicht noch ein wenig mehr machen können, auch dessen Adlatus Helmuth Schuster kommt zu kurz, obwohl der doch einiges dafür getan hat, um in diese unendliche Skandalchronik aufgenommen zu werden.

Dafür geht es um die Phoenix-Affäre, die Berliner Bankgesellschaft, die "Spätzle-Connection" sowie um einen Yassin Dogmoch, der "am liebsten Loire-Weißwein" trinkt - nicht auszumalen, welche Serie an Missetaten Roth aufzählen müßte, wenn der Mann sich sizilianischen Chardonnay genehmigt hätte!

Roths Parforceritt durch das Land der Gauner hat etwas von Jules Verne und Karl May. Ein kleiner Unterschied besteht leider: Roth erfindet nichts, es passiert ja wirklich immerzu viel Schlimmes. Roth empört sich bloß mehr als andere, und in seinem Furor sieht er das Land nicht in der Hand eines Clans, sondern als einen einzigen großen Gaunerclan, der sich, wo immer es geht, auch noch mit den Nachbarstaatenclans zusammentut, wo es ja noch schlimmer ist.

Albrecht Müller - ehemaliger Kanzleramtsplanungschef unter Helmut Schmidt, dann lange Jahre SPD-Bundestagsabgeordneter - wirft seinen Blick auf das Land von der schönen Südpfalz aus, aber der Rückzug dorthin hat ihn innerlich nicht befriedet, sondern aufgewühlt. So wie Montaigne ja schon notierte, nach seinem Rückzug in den Turm sei die Vorstellungskraft wie ein wildes Pferd mit ihm durchgegangen, so ergeht es auch diesem Autor, der besonders mit der eigenen, sozial und geographisch abseitigen Position zu hadern scheint. Besonders beklagenswert findet Müller, daß soviel geklagt wird: Das Land pleite, die Kassen leer, die Gewerkschaften zu mächtig; wo, fragt Müller - im Einklang mit den Leserbriefschreibern dieser Welt -, bleibt das Positive? Man solle den Menschen lieber Mut machen, denn Konjunktur sei Psychologie, und wenn man dann noch die Löhne erhöhe, dann werde der Laden schon wieder laufen. Damit ist Müller aber keineswegs so allein, wie er tut - in der CDU hätte er mit dieser Position eine klare Mehrheit.

Doch das kann Müller nicht zugeben, denn er will ja abrechnen mit der Elite des Landes. Er hat dazu nicht, wie Pierre Bourdieu, die Eliten in Wissenschaft, Medien, Wirtschaft und Politik untersucht und befragt, sondern viel gelesen und viel ferngesehen und sich noch mehr aufgeregt. Diese Methode scheint freilich genau jene Erkenntnisse zu fördern, die alle Fernsehzuschauer auch immer gewinnen: Alle stecken unter einer Decke! Und wer zahlt die Zeche? Der kleine Mann!

Auch hier ist es die serielle Betrachtung von Skandalen, die die Empörung so richtig hochkochen läßt: Der Ackermann - arbeitet der wirklich mehr als sein einfachster Angestellter? Die Agenda 2010 - war doch 'ne Pleite! Die Firma Grohe - kaputtgemacht von Heuschrecken. Schließlich Müllers bitterer Satz: "Andrea Nahles wurde nicht SPD-Generalsekretärin, Wolfgang Thierse ist nicht mehr Bundestagspräsident!" Alles hängt mit allem zusammen - und auch wieder nicht. Viele von Müllers Beispielen sind wirklich skandalös und wurden in den wichtigsten Medien auch entsprechend kommentiert. Gerade etwa der von Müller schwer gescholtene "Spiegel" hat sich weder bei der Kritik an Ackermann noch an Hartz IV übertreffen lassen. Man kann auch nicht behaupten, daß Hedge-Fonds, Drückerkolonnen und der Handel mit Schrott-Immobilien zu jenen Branchen zählen, in die gutmeinende Eltern ihre tüchtigen Kinder am allerliebsten vermitteln würden. Außerdem sitzt im Bundestag eine starke Linksfraktion, die in vielen Punkten Müllers Sicht der Dinge vertritt und deren Chefs es an Medienpräsenz mit den Herren Henkel und Merz durchaus aufnehmen können.

Das Buch ist aber nicht nur Furor, es hat rührende, tröstende Stellen, etwa wo es aufzählt, wie der Kapitalismus den Menschen krank macht, Schlaflosigkeit und Übergewicht verursacht sowie das nächtliche Zähnemalmen und die "posttraumatische Verbitterungsstörung!".

Mit der Identifizierung einer neoliberal verblendeten Elite hat das alles nichts zu tun. Müller hält Bertelsmann-Chef Reinhard Mohn für "den mächtigsten Mann Deutschlands" - der freilich ist mit seiner Skepsis gegenüber der Börse und seinen Predigten vom ethisch verantwortlichen Unternehmertum alles andere als ein Neoliberaler. Und Frau Mohn erwähnt Müller gar nicht erst. Müller sieht selbst heftig verfeindete Einzelgänger und Konkurrenten als Partners in Crime, von der Südpfalz aus stehen sich in Berlin eben alle nahe.

Früher griffen viele, die auf das ganze Land sauer waren, zu Bernt Engelmann oder zu Günter Ogger, um sich bestätigen zu lassen, daß alle Verbrecher sind; heute hat man zu diesem Zweck halt Roth und Müller neben dem Bett liegen. Es ist der buchförmige Ersatz für einen stets mitfühlenden Barmann, der jede noch so entlegene Klage mit einem Drink und "Schlecht die Welt, böse der Mensch!" zu lindern versteht.

NILS MINKMAR.

Albrecht Müller: "Machtwahn. Wie eine mittelmäßige Führungselite uns zugrunde richtet". Droemer 2006, 364 Seiten, 19,90 Euro.

Jürgen Roth: "Der Deutschland-Clan. Das skrupellose Netzwerk aus Politikern, Top-Managern und Justiz". Eichborn, 256 Seiten, 19,90 Euro. Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 18.06.2006, Nr. 24 / Seite 27)

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